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Assoziationen wollen die Künstler Maja Ott und Ransome Stanley bei den Betrachtern ihrer Werke auslösen, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise. Sind Otts Malereien abstrakt und zudem durchgängig titellos,
somit der Interpretation völlig überlassen, so präsentiert Stanley gegenständliche Zeichnungen, teils mit Zitatversatzstücken, die nur oberflächlich eine Aussage nahelegen, bei genauerem Hinsehen aber Raum
lassen, für ein Erschließen, für die gedankliche Auseinandersetzung. Präsent sind die beiden Künstler aktuell mit insgesamt 49 Werken in der Galerie Markt Bruckmühl.
 © OVB Farbexplosionen zeichnen Maja Otts Werke aus. Foto fischer
1960 in Bad Reichenhall geboren, studierte Maja Ott an der Akademie der Bildenden Künste München, mit einem Abschluss als
Meisterschülerin von Helmut Sturm. Seit Ende der achtziger Jahre lebt und arbeitet sie in Moosach bei München. Ihre Werke präsentierte Ott bei zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.
In Bruckmühl zeigt die Künstlerin viele aktuelle Bilder von 2010 oder 2009 in Öl und Acryl, aber auch eine ganze Reihe, die bis
zum Anfang des Jahrtausends zurückdatiert sind, vor allem bei den Farbradierungen. Die Formate reichen von klein gehaltenen
Serienarbeiten bis zu imposanten Großtableaus. Die Farben sind es vor allem erst, die beeindrucken. Von sanften Weiß-, Grün-
und Blautönen, kombiniert mit dunklen Schattierungen hin zu sattem Rot, Gelb und Orange reicht die Vielfalt. Zarte Strukturen
stehen harten Pinselstrichen gegenüber. Farbflächen, Linien und Überlappungen ergeben Gefüge, teils mit eher flacher Wirkung,
teils durch exponierte Überlagerungen dreidimensional. Immer wirken Otts Werke voller Leben, explosiv, bisweilen chaotisch, in
Öl und Acryl lebensfroher wie die dunkleren Farbradierungen. Formen lassen Gegenständliches nur erahnen, etwa eine
Landschaft, eine Blume oder eine Menschengruppe. Überlassen der Betrachterfantasie, die durch Otts Werkekonzept gefragt ist.
Ransom Stanley wurde 1953 als Sohn eines nigerianischen Journalisten und einer Deutschen in London geboren. Der Künstler
wuchs in der Schweiz auf und studierte an der Merz-Akademie in Stuttgart, auch als Meisterschüler. Wie seine mit ihm in
Bruckmühl ausstellende Künstlerkollegin zeigte er seine Werke national und international, vor kurzem in Paris, Brüssel, Berlin und Frankfurt.
Viel düsterer als Otts Exponate wirken die von Stanley gezeigten Mischtechniken. Geschuldet allein schon den Farben,
Schwarz, Grau, Braun sowie den strengen, geradlinigen Flächenteilungen und Einschüben, gleich einem Bild im Bild. Ebenen
erzeugt der Künstler durch diese genauso wie durch Motivüberlagerungen, die den Werken Dreidimensionalität und Raum für
eine tiefere Sicht geben. Teils streng wirken die Zusatzebenen, teils verspielt, etwa wenn ein roter "Elefant" mit Trompete als
Vordergrundelement ein ansonsten sonores Bild heiter wirken lässt. Das Hauptmotiv Stanleys ist der Mensch in seiner Vielfalt,
als Weißer, Schwarzer oder Asiate, geschuldet wohl auch seiner Abstammung. Oft nachdenklich wirkt dabei die Sicht,
bisweilen nur zeigen die Bildprotagonisten ein Lächeln. Männer sind es zumeist, als weibliches Element Brüste. Stanleys
Universum mit all seinen Versatzstücken in den Bildern will trotz der figürlichen Darstellungen erschlossen werden. Die bisweilen
angefügten Zitate bilden keinen Hinweis, der Betrachter soll sich selbst einfühlen.
(OVB24 GmbH 30.03.2010)
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