Galerie Markt Bruckmühl
Galerie Markt Bruckmühl

Plastik, Arbeiten auf Papier und Malerei

Elisabeth Heindl und Peter Pohl

 

 

Einführungsrede

Die beiden Künstler, Elisabeth Heindl und Peter Pohl, kannten sich nicht, als sie für die Vorbereitung ihrer Ausstellung in Bruckmühl zusammentrafen. Erneut ist die Zusammenstellung - vom künstlerischen Beirat der Galerie vorgenommen - eine glückliche Wahl. Denn obwohl in ihrer Ausdrucksweise konträr, ist beiden Künstlern eine subtile Sicht auf unsere Welt gemeinsam. Elisabeth Heindls Raumplastiken und ihre Arbeiten auf Papier spüren im weitesten Sinn der Darstellung von Bewegung nach. So lassen sich ihre Installationen räumlich verändern. Man kann die Figur "circle 2", die in der Galerie gezeigt wird, durch Verstellen von Schrauben zu einer breiteren Form umgestalten. Eine Wandinstallation, die aus lackierten Aluminiumrechtecken besteht, ließe sich dank der Gummifäden, mit der sie gehängt ist, auch anders anbringen. Die Künstlerin beabsichtigt so, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen. Fadenbilder und großformatige Tuschezeichnungen bergen ein Geheimnis, das sich erst bei genauem Hinsehen erschließt. Elisabeth Heindl lebt und arbeitet in München. Von 1980 bis 1986 studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste, München. Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen begleiten ihren künstlerischen Weg. Mit ihren Arbeiten erhielt sie mehrmals Stipendien, so z. B. 2010 in Amherst, Virginia, 2012 in Rio de Janeiro verbunden mit einer großen Ausstellung und 2015 in der Vila Paulo in Tschechien. Peter Pohl ist ein im Raum Rosenheim sehr anerkannter Künstler, der Einzelausstellungen in der Städtischen Galerie Rosenheim und im Kunstverein Rosenheim bestritten hat. Weit über die Grenzen unserer Region reicht seine Bekanntheit, auch im Ausland waren seine Bilder und Installationen zu sehen. "Seit 20 Jahren zeichne ich Insekten, die frei assoziiert und zu eigenständigen Gebilden geformt werden", sagt Peter Pohl. Seine Beschäftigung mit der farbigen Welt der Insekten, insbesondere der im mediterranen Raum, begann bereits in jungen Jahren. Intensiv und konsequent hat er das Gebiet der Entomologie in seine künstlerischen Arbeiten übernommen, ohne dass seine bildliche Darstellung Anspruch auf eine wissenschaftliche Sichtweise erhebt. Es ist eine sehr eigene Handschrift, in der er Flügel der Insekten, ihre Beine, ihre Fühler darstellt und immer neu variiert. Ein Eigenleben führen die Schilde und Panzer, die von Käfern abgeleitet werden. Es sind Raumobjekte, die das Schutzbedürfnis von Mensch und Tier gedanklich nahebringen. Im Dachgeschoss der Galerie hat Peter Pohl eine Installation aufgebaut, die seine Detailzeichnungen in digitalisierter Form auf verschiedene Flächen projiziert - ein ständig wechselndes Spiel von Bewegungen. Peter Pohl studierte an der Fachhochschule Augsburg und an der Akademie der bildenden Künste in Wien, an beiden Hochschulen mit Diplom. Er erhielt für seine Arbeiten mehrere Auszeichnungen, so z. B. den Förderpreis für Bildende Kunst der Dr. Michael Stöcker Stiftung, Rosenheim.

Ute Bößwetter

Zeitungsartikel

Spiel mit der Wahrnehmung

VON MARTINA ANDREA FISCHER. Ausgeprägte Farbigkeit steht monochromem Schwarzweiß gegenüber. Bilder mit wuchtiger Strukturiertheit treffen auf zurückhaltende Feinheit. Auf den ersten Blick sind die Werke, die Elisabeth Heindl und Peter Pohl in der Galerie Markt Bruckmühl zeigen, durchaus gegensätzlich. Ihr Zusammentreffen generiert dennoch eine gelungene, harmonische Union. Heindls Plastiken und Arbeiten auf Papier sind ein Spiel mit der Wahrnehmung des Raumes. Dabei erschafft sie durch Wandelbarkeit neu empfundene Aspekte und verändert Gegebenheiten. Die große Stahl-Figur "Circle" kann durch das Verstellen von Schrauben eine breitere oder schlankere Form annehmen, den Raum in hohem Maße dominieren oder zurückgenommener erscheinen und so eine andere Wirkung entfalten. Auch mit den lackierten Aluminiumrechtecken aus der Serie "plan" behält die Künstlerin die Beweglichkeit bei. An Schnüren aufgehängt können sie flexibel arrangiert werden. So ergibt sich mit Blick auf die Umgebung und den Bezug der einzelnen Objekte zueinander eine Vielzahl an immer neuen Optionen. Die Rechtecke werden trotz ihrer fragilen Anmutung zu strukturierenden Elementen. Eine sanfte Präsenz ist auch den Papierarbeiten Heindls zu eigen, die bei eingehenderer Betrachtung ihren Schichtenaufbau und so das Geheimnis ihrer Anmut erkennen lassen. Mehrere Lagen von Japan- oder Reispapier sind mit feinen schwarzen Strichen strukturiert. Diese ermöglichen durchscheinend, mit abnehmender Intensität eine erhöhte räumliche Wirkung. Die Dreidimensionalität wird minimalistisch und perfekt inszeniert auch in den Fadenzeichnungen der "Cage-Serie" umgesetzt. Durch zwei Ebenen ergibt sich ein Spiel aus Schatten und Licht, mit dem Heindl die wenigen eingesetzten Fadenelemente multipliziert. Die 1960 geborene Künstlerin lebt und arbeitet in München. Dort absolvierte sie von 1980 bis 1986 ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste. Sie erhielt mehrere Stipendien, zeigte ihre Werke im Inland, aber auch in Brasilien und Dänemark.

Peter Pohl wurde 1966 in Erlangen geboren. Er studierte an der Fachhochschule Augsburg für Gestaltung und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er erhielt für seine Arbeiten mehrere Auszeichnungen, darunter den Förderpreis für Bildende Kunst der Dr.-Michael-Stöcker-Stiftung Rosenheirn. Pohl zeigte seine Werke in Deutschland, zudem unter anderem in der Ukraine und in Österreich. Seit zwanzig Jahren zeichnet der Künstler, der in Bruckmühl Malereien und eine Installation ausstellt, Insekten, auf seine eigene Sichtweise, nicht als Nachbildung der Realität. Fasziniert ist er von jedem Detail der Kerbtiere. So erinnern "Insektenäste" an Beine in unterschiedlichster Form, geschaffen jedoch aus Holzstücken, mit Mull ummantelt und in sattem Grün bemalt. In beinahe allen Bildern Pohls ist eine ausdrucksstarke Farbwelt zugegen. Das lebendige Grün ,,Im Mückenschwarm der Hoffnung“ scheint geradewegs aus der Wand zu springen. Ebenso farbkräftig ist die rote Serie "zehrendes Leuchten im Gespenst der Zeit“ oder das düstere "Sonnendurchflutetes Schwarz oder wie Ameisen sterben“. Die präsente Wirkung verstärkt der Künstler noch durch Schichtungen, Vertiefungen und Erhebungen, die sich aus den Bildern wölben und den Einsatz von Insekten, etwa einem Goliathkäfer in "Der Untergang Goliaths - Die Heilung". Den Tieren verleiht Pohl zudem eine immense Größe, wenn er ihre Schilde und Panzer als Raumobjekte gestaltet, deren irisierende Oberfläche fasziniert. Durch ihre Solidität stellt der Künstler zudem das Schutzbedürfnis von Mensch und Tier dar. Im Dachgeschoss der Galerie zeigt Pohl eine beeindruckende Installation. Wie ein flatterndes Gespinst mutet der "Schwebstoff" an, der durch das Spiel der veränderten Beleuchtungssequenzen wie in Bewegung wirkt. Ebenso ist dies bei den Zeichnungen, die auf die Wand projiziert werden, musikalisch untermalt vom "Ton des Wunderbaren".

Mangfallbote vom 13./14. Februar 2016

Kontakt:

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Sonnenwiechser Str. 12
83052 Bruckmühl

Telefon: 08062 / 5307

 

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Mittwoch
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Sa. und So.
11:00 Uhr - 18:00 Uhr

Eintrittspreis: € 1,50

Ausstellungsplan

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