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christoph drexler_martin kargruber
13. September bis 11. Oktober 2026
Der Maler Christoph Drexler und der Holzbildhauer Martin Kargruber zeigen gemeinsam ihre Werke in der Bruckmühler Galerie, wobei Drexler hier zum dritten Mal ausstellt, Kargruber zum ersten Mal. Drexler hat Kargruber zu dieser Präsentation eingeladen, und es ist eine Kombination, wie sie besser nicht sein könnte. Drexler, der in der Großstadt München lebt, zeigt Gemälde ruhiger Landschaften, Kargruber, in einer ländlichen Gemeinde des Landkreises Landsberg Lech daheim, schnitzt und stemmt aus verschiedenen Baumhölzern größtenteils technische Bauten mit Antennen auf den Dächern. Jeder scheint das zu suchen, was für ihn besonders entfernt ist und stellt dies mit großer Intensität dar. Obwohl man die Malerei von Christoph Drexler kennt, entfaltet sie sich immer wieder neu. In Öl auf Leinwand mit exakten Strichen aufgetragen, spannt sich ein Panorama von 1981 bis heute: Man möchte in diesen ruhigen Landschaften verweilen, sie ergründen und nach anderen Bewohnern Ausschau halten. Doch nichts regt sich, weder in der Natur noch in den leeren Wohnlandschaften. Feld, Wald und Wiese sind präsent, aber Menschen sind es nicht. Und obwohl es mehrere Bilder mit Spiegeln gibt, spiegelt sich nur eine offene Türe, einmal der Teil einer Treppe, niemand, der dahinter steht oder geht. Es ist, als ob Drexler bewirken möchte, dass wir selbst uns in den Bildern bewegen. Die Gemälde laden ein, unsere Gedanken zu ordnen. Denn das ist der Anspruch, den diese Werke besitzen: sie reduzieren auch den Betrachter mit seinem Denken auf das Wesentliche. Wiesen und Häuser - immer wieder Häuser - sind abgebildet, häufig mit den Proportionen einer Streichholzschachtel, schmal aber in die Länge gestreckt. Ein Haus vor schneebedecktem Hochgebirge lässt frösteln, aber ansonsten sind die Jahreszeiten nicht wichtig, höchstens an der Intensität der Schatten lässt sich die Tages- oder Jahreszeit erahnen. Die pastos aufgetragenen matten Farben scheinen den Betrachter aufzufordern, genauer hinzusehen. Ja, man darf diese Bilder als „schlicht“ bezeichnen, wenn man im Sinn hat, dass „schlicht“ soviel bedeutet wie ohne überflüssiges Beiwerk, ungekünstelt und natürlich. Drexler studierte von 1977-1983 bei Professor Horst Sauerbruch an der Akademie der Bildenden Künste. Eine Vielzahl von Ausstellungen im In- und Ausland, außerdem Preise und Stipendien, begleiten seinen künstlerischen Weg. Der Bildhauer Martin Kargruber überrascht die Besucher mit einer naturgetreuen Nachbildung der Kirche seines Geburtsortes Gsies in Südtirol. Von beachtlicher Größe, 178 cm bis zur Kirchturmspitze misst das Werk, ausgehöhlt, damit keine Risse entstehen, aus Schwarzpappel geschaffen und auf Rädern stehend wie alle großen Arbeiten von Kargruber. Der Turm, das Kirchenschiff und die Apsis originalgetreu gestemmt und geschnitzt, ein Wunderwerk der Handwerkskunst. Und der sakrale Bau weist schon - nur bei genauem Betrachten wahrnehmbar - auf die Neigung des Künstlers,ü Technisches in Szene zu setzen: kleine Antennen befinden sich auf der Kirchturmspitze. Und noch ein Detail: mit feinem Grafitstift zieht der Künstler Linien parallel zu gerade verlaufenden Kanten, Schattenfugen gewissermaßen. Das wiederholt sich bei allen geometrisch geformten Werken. Sein Interesse an technischen Bauten manifestiert sich in Arbeiten wie Antennenhaus, Transmitter, Sendemasten. Und ein Kraftwerk mit runder Kuppel gehört dazu. Immer darf auch die Maserung mitsprechen, und die Objekte lehren uns, verschiedene Hölzer in ihren Farbtönen kennenzulernen. Mit einer kleinen Kapelle, wie man sie an Feldrändern sieht, kehrt der Bildhauer noch einmal zu einem sakralen Thema zurück. Auch Martin Kargruber studierte an der Akademie der Bildenden Künste München, er belegte Bildhauerei bei Hans Ladner. Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, und er übt eine Lehrtätigkeit aus. Der Laudator der Ausstellung, Moritz Holfelder, Kulturjournalist, fasst seine Eindrücke folgendermaßen zusammen: „Kargruber und Drexler, zwei Künstler mit einer eingängigen Sprache, das findet man nicht oft in dieser Konstanz und Entschiedenheit. Tradition und Gegenwart durchdringen sich“.Ute Bößwetter